17. Bundeslehrgang des VaK 2018 im Waldpark Auerbach

Ein knappes Jahr ist der Bundeslehrgang in Meitingen jetzt her und schon stehen wieder 25 Budoka bereit für die Abfahrt. Diesmal geht es nach Auerbach in Sachsen.

Das erste Problem galt es bereits vor der Abfahrt zu lösen, da leider ein Auto weniger zur Verfügung stand. Kurzum haben sich alle zusammen gequetscht und los ging‘s in Richtung Sachsen. Trotz Stau, einer Kaffeepausenkomplikation und einem widerspenstigen Kofferraum kamen alle rechtzeitig zum abendlichen Grillen an. Mit Essen, Gesprächen und dem ein oder anderen Kartenspiel ließen alle den Freitagabend schön ausklingen.

Start am Samstag war um 9:30 geplant, weshalb in den ersten Zimmern bereits um 7:00 Uhr die Lichter angingen. Nach einer Stärkung beim Frühstück ging es mit den traditionellen Eröffnungsworten von So Shihan Wolfgang Wimmer und einem Aufwärmen los.

Neben den 4 Flächen in der Halle (wovon 2 mit Matten belegt waren) gab es 2 weitere Flächen draußen und im Haus “Plauen”. Hier fanden (zum ersten Mal beim Bundeslehrgang) Yoga und Qi Gong statt. Das Programm in der Halle war vielfältig gestaltet mit sowohl waffenlosen Einheiten wie Karate, Taekwondo, Jiujitsu, Aikido und Myo Shin Ryu als auch mit bewaffneten Einheiten wie Hanbojitsu, Kobudo und Iaido.

Auf Fläche 1 fanden fast ausschließlich Karate-Einheiten statt durchkreuzt von 4 der berüchtigt berühmten Taekwondo-Einheiten von Sahbum-Nim Amadeo Pastore. Langweilig wurde es trotzdem nie. Jeder einzelne Referent hatte seine eigene Weise jede der Einheiten interessant und abwechslungsreich zu gestalten. So waren die Unterweisungen von Shihan Thomas Moser, in denen es darum ging, alles “locker und entspannt” zu machen genauso gefragt, wie die Erklärungen der verschiedenen Haltungen, deren Stärken und Schwächen auf die Shihan Rony Kluger, der Referent aus Israel eingangen ist . Sahbum-Nim Amadeo Pastore jagte wieder einmal alle herum, bis sie außer Atem waren. Wenn man jedoch die richtige Einheit wählte, konnte man auch einiges über traditionelles Taekwondo und den Unterschied zum Wettkampfstil erfahren.

Auf den Mattenfläche 2 und 3 gab es immer etwas anderes zu tun. Von Jiujitsu über Aikido und Hanbojitsu bis hin zur ein oder anderen Einheit Myo Shin Ryu konnte man sich ganz schön austoben. Begonnen haben hier die Gastreferenten aus England Shihan John Lawton und Sensei Nigel Tew mit Jiujitsu. Hier galt es vor allem den Angreifer in möglichst unangenehme Situationen zu bringen, was recht gut gelang, jedoch auch recht schnell unschön für den Angreifer ausgehen konnte.

Natürlich war auch wieder unser Shihan Rudi beim Jiujitsu vertreten und begeisterte viele vor allem mit dem “Kraft mit Kraft”- Prinzip. Vom Verteidiger wurde man zum Angreifer und lag schlussendlich doch wieder selber am Boden. Leider war für so viele Interessenten nicht immer genügend Platz und so gab es bei Rollen etc. die ein oder anderen kleinen Zusammenstöße. Im Aikido gab es ähnliche Ansätze des Kraftprinzips jedoch war die Ausführung und die Art der Techniken anders, was die Einheiten wirklich probierenswert machte.

Fläche Nummer 4 beinhaltete die verschiedenen Einheiten in denen Waffen zum Einsatz kamen. Auch der als “Überraschungsreferent” eingesprungene Sensei Ulrich Herbertz bekam seine Chance die Interessenten in einer Einheit Iaido zu überzeugen was ihm bemerkenswert leicht gelang. Wie jedes Jahr gab es auch die ein oder andere Enttäuschung über die verpasste Tonfa-Einheit bei Shihan Patrice Merckel. Trotz alle dem war es genauso wert die “normalen” Hanbojitsu-Einheiten bei Shihan Micheal Brauer auszuprobieren.

Die ersten 2 Einheiten jeden Tages, sowie nach der Mittagspause, konnte man auch mit Qi Gong oder Yoga verbringen. Bei beiden Budo-Künsten war viel Ruhe und Selbstbeherrschung gefragt.

Während Shihan Serge Calvo aus Frankreich die Natur nutzte, um seine Qi Gong-Einheiten möglichst effektiv zu gestalten, griff Sensei Beate Brauer beim Yoga vor allem auf bildliche Beschreibungen zurück, die die Ausführung der verschiedenen Stellungen deutlich erleichterte. Jedoch kam man sich als unbeweglicher Mensch ein wenig fehl am Platz vor, was den Spaß aber nicht ausschloss.

Die Einheiten am ersten Tag fanden um 17:00 Uhr ihr Ende und trotz der eingelegten Mittagspause war für alle erst einmal Ausruhen angesagt. Nachdem alle geduscht waren und ihre Abendgarderobe angelegt hatten, ging es mit einem mächtigen Appetit und Vorfreude um 19:00 Uhr zum Dinner.

Wie üblich hieß die Reihenfolge Hanshi, Kyoshi, Renshi zuerst. Nachdem diese zum Buffet geeilt waren, bewies vor allem unser Dojo einen großen Hunger und stellte sich kurzerhand direkt dahinter an. Nach dem alle (mehr oder weniger) gesättigt waren, ergriff der Vorsitzende Wolfgang Wimmer das Wort, um allen für das Kommen zu danken. Ein besonderer Applaus galt dem ausrichtenden Dojo (dem Fitnessstudio Max) und den vielen anderen Helfern, die den Bundeslehrgang jedes Jahr ermöglichten.

Anschließend wurden verliehen: Ehrennadeln für langjährige VaK-Mitglieder, Dojo-Jubiläen, Budo-Jubiläen und Ehrungen sowie Gradierungen. An dieser Stelle darf man nochmal Max gratulieren für die bronzene Ehrennadel und ganz besonders unserem Horst für die Ernennung zum Renshi Jiujitsu. Außerdem wurde der kürzlich verstorbenen Großmeister Allan Tattersall und Patrick Dimayuga gedacht und in ihrem Sinne Gradierungen an langjährige Schüler ihrer übergeben. Nach viel Applaus wünschte die Vorstandschaft allen einen schönen weiteren Verlauf des Abends und man versank wieder in Gesprächen, Diskussionen oder Spielen bis sich der Saal ab zwölf langsam zu leeren begann.

Am Sonntag waren weitere 5 Einheiten zu absolvieren, die nach einem stärkenden Frühstück und einem sehr “qualvollen” Aufwärmen in Angriff genommen wurden. Die Budokas gaben nochmal alles und hielten alle Einheiten trotz wenig Schlaf erfolgreich durch. Beendet wurde der Lehrgang letztlich mit einem Applaus für die Referenten. Man wünschte sich eine gute Heimreise und ehe man sich versah, standen alle abfahrbereit bei den Autos.

Die Heimreise erfolgte (fast) ohne Komplikationen. Lediglich der erst nicht wiederaufzufindende Autoschlüssel von Max ließ kurze Panik aufkommen. Die letzten trudelten um 18:30 geschafft zuhause ein. Doch wie heißt es so schön? “Nach dem Lehrgang ist vor dem Lehrgang” und so kann man sich bereits jetzt auf den nächsten freuen.

Text:      Vincent Winkler